Abstammung

Bei den meisten Teppichen ist es leicht , Herkunft oder Abstammung festzustellen, da jede Region besondere Merkmale in ihren Knüpferzeugnissen aufweist, und zwar in Bezug auf verwendetes Material der Kette und des Flors, wie auch in Bezug auf Knotengruppe, Feinheit, Farben, Zeichnung und Größe der Teppiche.

Afghan

Der Afghan gehört zu den Gruppen der zentralasiatischen Teppiche. Unter der Bezeichnung Afghan werden die in der Umgebung der Produktionszentren Aqcha, Andkhoi und Kunduz in der Nordprovinz Turkestan hergestellten afghanischen Teppiche gehandelt, während die feineren afghanischen Teppiche unter der Bezeichnung Daulatabad und Mauri verkauft werden. Die Grundfarbe des Afghan ist rot. Vom leuchtenden Hellrot bis zum satten Braunton oder seltener Bordeaux sind alle Schattierungen vorhanden. Antike Afghan-Teppiche können auch zart bis stark Violettrot als Grundfarbe haben.

Afghan Kazzak

Die kaukasischen Teppiche stammen aus dem Gebiet zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Bis zur Eroberung durch die Russen im 19. Jahrhundert war der Kaukasus 800 Jahre lang ein Schmelztiegel der Völker, Kulturen und Religionen. So lebten kulturell führende Gruppen, wie z.B. Asserbeijaner, Armenier, Georgier, Dagestaner, Turkmenen, Mongolen, Türken, Kurden, Ukrainer usw. nebeneinander. In den Teppichen des Kaukasus spiegeln sich die ethnologischen Gegebenheiten ihrer Schöpfer wieder. Aber trotzdem zeigen Kaukasus Teppiche stets eine gewisse stilistische Einheitlichkeit, in Form von stark stilisierten Darstellungen von Blumen, Pflanzen, Tieren und Gärten in geometrischen Musterzeichnungen. Der Formenreichtum und die Mustervielfalt des kaukasischen Teppichs sind verständlich, wenn man bedenkt, dass etwa 350 verschiedene Stämme im Kaukasus leben. Für den edlen Flor hat man reine, handgesponnene Schurwolle auf Wolle geknüpft.

Afghan Mauri

Die russisch-turkmenische Stadt Mary gab dem Teppich den Namen der früher Marwi hieß. In Afghanistan angesiedelte Tekke-Turkmenen knüpfen diese Teppiche jetzt in der Provinz Herat, besonders im Dorfe Mauritschach, nahe der afghanisch-russischen Grenze. Der Mauri ist der feinste in Afghanistan geknüpfte Teppich. Musterlich lehnt er sich meist an die russischen Buchara-Teppiche an, und dank der verwendeten besten Materialien und der exakten Arbeit ist der Mauri von diesen kaum zu unterscheiden. Für die Kett- und Schußgarne wird zweifädige Wolle verwendet. Das Flormaterial besteht aus fein ausgekämmter Schurwolle. Neben dem typischen Buchara-Muster, ist das Rautenmuster dieses Teppichs insbesondere erwähnenswert. Es wurde für das Königshaus von einem zeitgenössischen Künstler aus Kabul entworfen und heißt deshalb Shah-Zahir-Muster. Mit diesen Mustern bilden die Mauris eine interessante Bereicherung in der Turkmenen-Gruppe.

Ainale Muster

So benannt nach dem türkischen Wort Aynal (=Spiegel). Dieses Muster findet sich meist in anatolischen Teppichen im Paneel.

Akbar der Große

Mogulkaiser (1556-1605). Als großer Förderer der schönen Künste und des Kunsthandwerks hatte er dem geknüpftem Teppich seine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Perserfreundlich gesinnt ließ er Knüpfer aus Isfahan kommen und richtete kaiserliche Werkstätten ein, in denen Teppiche von hohem Wert und großer Schönheit entstanden.

Allover Muster

bedeutet durchgemustert; kommt aus dem englischen und bedeutet sinngemäß alles füllend, alles bedeckend, durchgehend. Es ist ein Teppich-Muster mit unendlichem Rapport, ohne Medaillon.

Alter und Altersbestimmung des Orient Teppich

Da nach den Zollbestimmungen alle über 100 Jahre alten Teppiche als antik bezeichnet werden und damit zollfrei sind, hat sich im Teppich-Handel folgende Stufung eingebürgert : Teppiche über 100 Jahre werden als antik, Teppiche zwischen 50 – 100 Jahren als semi-antik und Teppiche zwischen 30 – 50 Jahren als alt oder älter bezeichnet. Die Altersbestimmung von Orient-Teppichen ist oft sehr schwierig und kann nur ungefähr vorgenommen werden. Zur Altersbestimmung wird daher für älteste Teppiche (sie müssen wenigstens 1000 Jahre alt sein) die Radiokarbon Analyse (Isotopen Analyse) angewendet.

Amulett

Sehr oft wird die Nachbildung eines Amuletts in Teppiche eingeknüpft. Bei Teppichen der Turkvölker kommt oft das magische Dreieck, das Muska, meist im Abschluss vor. Abwehrcharakter hat auch der Skorpion, der besonders gerne von Nomaden in Ihre Teppiche eingeknüpft wird, sowie das Tao-tie-Muster und viele Füllmotive in kaukasischen und türkischen Teppichen.

Anatolischer Teppich

Der anatolische Teppich lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Jahrgang ist belegt durch relativ viele gut erhaltene Stücke aus der Zeit der Seldschuken. Die historischen Teppiche sind zum Teil um die letzte Jahrhundertwende in der Ala ad-din-Moschee zu Konya aufgefunden worden. Sie sind heute im Türk ve Islam Museum in Istanbul ausgestellt. Zudem attestieren die Reiseerzählungen des Marco Polo sowie eine Teppich-Legende, beide aus dem 13ten Jahrhundert, die Existenz anatolischer Teppiche in dieser Epoche.

Antikisieren , Antik Wäsche, Antik finish

Künstlich alt machen. Da antike Orient-Teppiche im allgemeinen sehr gesucht sind, kommt es immer wieder vor, dass neue Teppiche antikisiert werden. In den Erzeugerländern geschieht dies , indem die Teppiche für längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt und anschließend noch auf der Bazar-Straße zum strapazieren aufgelegt werden. In der neueren Zeit wird das antikisieren der Teppiche in moderneren Teppich-Wäschereien mit chemischen Mitteln vorgenommen. Trotzdem ist für den Fachmann der natürlich gealterte Teppich leicht von einem künstlich antikisiertem Teppich zu unterscheiden und der seriöse Fachhandel wird den Verbraucher auch wahrheitsgemäß aufklären.

Arabaff

Südpersischer Nomaden Teppich. Er wird von den im Norden von Shiraz nomadisierenden, arabisch sprechenden Stämmen der Arabi geknüpft, die Material aus eigener Zucht verwenden. Charakteristisch für die Zeichnung ist die auf tiefblauem Grund symmetrisch, meist in Reihen angeordnete hakenbesetzte Raute.

Ardebil

Ist eine Stadt im Nordwesten Irans. Seine höchste Blüte erreichte Ardebil unter den Safaviden im 16. und 17. Jahrhundert. Heute ist Ardebil ein bedeutender Handelsplatz. Als während der beiden Weltkriege die kaukasische Teppich-Produktion zurück ging, begann man in der Region um Ardebil kaukasische Motive zu knüpfen. Ardebil-Teppiche sind stets stilisiert, aber nicht so streng wie kaukasische Teppiche. Die heutige Produktion zeichnet sich durch überaus klare Zeichnung und exakte Knüpfung aus. Für Kette und Schuß wird mehrfädige Baumwolle verwendet. Robuste Schurwolle wird für den Flor verwendet. Die Knotenform ist der türkische Knoten. Die Schur ist sehr kurz, typisch für den Ardebil-Teppich.

Balkangiebel

Absolut typisches Erkennungszeichen des kaukasischen Gebets-Teppich. Ganz wenige Ausnahmen (z.B. einige Kasaks mit rechteckigem Giebel) bestätigen die Regel.

Absolut typisches Erkennungszeichen des kaukasischen Gebets Teppich. Ganz wenige Ausnahmen (z.B einige Kasaks mit rechteckigem Giebel) bestätigen die Regel.

Bandornament

Seit vorgeschichtlicher Zeit ist das Bandornament ein beliebtes Zierornament, vor allem als Abschluss- oder Randornament. Abarten des Bandornaments sind Wolkenband und Rankenmuster. In Konya und Sivas werden Teppiche hergestellt, die nur aus aneinandergereihten Bandornamenten bestehen.

Seit vorgeschichtlicher Zeit ist das Bandornament ein beliebtes Zierornament, vor allem als Abschluss- oder Randornament. Abarten des Bandornaments sind Wolkenband und Rankenmuster. In Konya und Sivas werden Teppiche hergestellt, die nur aus aneinandergereihten Bandornamenten bestehen.

Barbierstangenmuster

Nach dem Zunftzeichen der englischen Barbiere benanntes Muster aus nebeneinanderliegenden Schrägstreifen, vor allem in kaukasischen, turkmenischen und persischen Teppichen als Bordürenmuster verwendet. Die Breite und Farbwahl ist sehr unterschiedlich. Charakteristisch ist das Barbierstangenmuster im Dagestan, Schirwan und Chila.

Bastard-Teppich

Abgeleitet von dem französischem Wort Batard, das Mischling bedeutet. Die Bezeichnung wird heute, allerdings selten, für Teppiche verwendet in denen sich verschiedene Einflüsse vermischen.

Berber-Teppich

Es handelt sich um rustikal, genoppte Schafwoll-Teppiche in naturfarben. Sie sind sehr schwer, meist einfarbig creme oder braun, aber auch in einfachen, mit einer zweiten Farbe ausgeführten Zeichnungen. Als preisgünstiger, rustikaler Teppich ist er in Europa sehr beliebt

Bidjar

Zu den strapazierfähigsten Teppichen des Orients zählen seit jeher die Spitzenknüpfungen der Afschar-und Kurden Stämme des westpersischen Hamadan Gebietes. Die exzellente Schurwollqualität erklärt sich durch Hochgebirgsschafe, welche im Hamadangebiet, auch die Schweiz Persiens genannt, beste Bedingungen vorfinden. Der äußerst dichte, hohe Flor, welcher dem Bidjar-Teppich einen unverwechselbaren, brettartigen Charakter gibt, ist nur durch eine spezielle Knüpftechnik dieser Provenienz möglich. Um die Knoten ungewöhnlich fest anschlagen zu können und ein besonders festes Grundgewebe zu schaffen, werden die kräftigen Schussfäden aus Baumwolle zum Knüpfen angefeuchtet.

Bidjar-Indien

Vergleichbar mit Shah-Abbas in Persien, war der Mogul-Kaiser Akbar (1556-1605) für die indischen Teppiche von ganz entscheidender Bedeutung. Als Förderer der schönen Künste und des Kunsthandwerks hatte er dem geknüpften Teppich seine ganze Aufmerksamkeit geschenkt. Der sehr perserfreundliche Herrscher ließ zahlreiche Knüpfer aus Isphahan kommen, mit denen er kaiserliche Werkstätten einrichtete und dort fortan Teppiche von hohem Wert entstanden. Heute werden in Indien auch Teppiche bester Qualität geknüpft die ihren persischen Vorbildern in Dessinierung, Knotendichte und Colorit absolut ebenbürtig sind.

Bidjar Gougardjin

Der Ort Gougardjin liegt 50km nordwestlich von Bidjar. Das Gebiet wird vom Stamm der Afsharen und Kurden bevölkert. Dort werden die besten und feinsten Bidjar-Teppiche geknüpft. Seine legendäre Strapazierfähigkeit basiert auf vorzüglicher Wollqualität und einem außerordentlich schweren Unterbau. Das einzigartige an der Bidjar-Bindung ist die Einführung eines überaus dicken Schussfadens, der angefeuchtet wird und dadurch eine enorme Dichte und Festigkeit erhält. Geknüpft wird meistens mit dem Gördes-Knoten. Die Knotendichte beträgt ca. 420.000 Knoten pro m². Auf rotem, braunem oder beigefarbenem Fond, selten andere Farbtöne, findet man Hexagons, die von dem berühmten Herati-Design umgeben sind. Auch florale und durchgemusterte Bidjar-Teppiche werden in dieser Region geknüpft. Diese Brücke stellt aufgrund des seltenen Allover-Musters, welches aus einer Vielzahl von Rosen besteht, eine absolute Rarität dar. Diese einzigartige Dessinierung wird auch Rosenbidjar genannt.

Bidjar-Shahindegh

Der Ort Shahindegh liegt 50km nordwestlich von Bidjar. Das Gebiet wird vom Stamm der Afsharen und Kurden bevölkert. Dort werden die besten und feinsten Bidjar-Teppiche geknüpft. Seine legendäre Strapazierfähigkeit basiert auf vorzüglicher Wollqualität und einem außerordentlich schweren Unterbau. Das einzigartige an der Bidjar-Bindung ist die Einführung eines überaus dicken Schussfadens, der angefeuchtet wird und dadurch eine enorme Dichte und Festigkeit erhält. Geknüpft wird meistens mit dem Gördes-Knoten. Die Knotendichte beträgt ca. 490.000 Knoten pro m². Auf rotem, braunem oder beigefarbenem Fond, selten andere Farbtöne, findet man Hexagons, die von dem berühmten Herati-Design umgeben sind. Auch florale und durchgemusterte Bidjar-Teppiche werden in dieser Region geknüpft.

Blattrankenbordüre

Stark stilisierte oder geometrisierte rankenbildende Blätter, die in der Hauptbordüre meist von kaukasischen Teppichen vorkommen.

Buchara

Zu den besonderen Kostbarkeiten der Handknüpferkunst zählen die Teppiche und Brücken der original russischen Buchara. Bereits im 16. Jahrhundert fertigten Halbnomaden des Stammes der "Tekke" charaktervolle Teppiche in geometrischer Musterung und satten Rottönen in exzellenter Qualität. Selbst Marco Polo berichtet von seinen Reisen die "schönsten und feinsten Teppiche der Welt" bei den "Tekke-Nomaden" gesehen zu haben. Hinsichtlich Farb- und Mustergebung haben sich original russische Buchara über die vielen Jahrhunderte nicht verändert. Während der Zarenherrschaft erlebten diese geschichtsträchtigen Teppiche ihre Blütezeit. Der original russische Buchara zählt mittlerweile zu den absoluten Raritäten. Traditionsgemäß sind original russische Buchara aus exzellenter Schurwolle von Hochgebirgsschafen fein von Hand geknüpft. Zu den seltenen Besonderheiten dieser Provenienz mit ihrem geschmeidigen Griff zählt auch die Kette, die ebenfalls aus reiner Wolle besteht. Durch die zeitlos schöne Ausstrahlung und hohe Wertbeständigkeit ist der original russische Buchara für viele Jahrzehnte der ideale Teppich für klassische, rustikale oder auch top-moderne Einrichtungen.

China Hereke

Seit jeher ist China weltberühmt für beste Textilien aus reiner Naturseide. Vor mehr als 20 Jahren begann man in der für hochwertigste Seidengewinnung bekannten Provinz Henan orientalische Musterzeichnungen in dezenten, fast pastelligen Farben zu knüpfen. Als Vorbild dienten oftmals die wertvollsten Hereke-Knüpfungen, welche ihren Ursprung in der Türkei haben. Mittlerweile gehören China-Hereke-Naturseide Teppiche zu den besten Handknüpfungen weltweit und sind hinsichtlich Preis-Leistung kaum zu überbieten. In einer unglaublichen Regelmäßigkeit fertigen chinesische Meisterknüpfer Weltrekorde der feinsten handgeknüpften Teppiche und übertreffen sich immer wieder in ihrem handwerklichen Geschick.

China-Teppiche

Das chinesische Volk hat sich selbst über 3000 Jahre fast vollkommen isoliert. So entstand eine absolut eigenständige, hochentwickelte Kultur mit nur minimalen äußeren Einflüssen. Die selbst für China sehr alte Tradition des Knüpfens von Teppichen findet ihren Ursprung in der häuslichen Verwendung als Wandbehänge, Sitzkissen, Satteltaschen und auch als Säulenverzierung in Palästen. Die Muster unterscheiden sich sehr von allen anderen Knüpfländern und entstammen hauptsächlich der Kunstmalerei und Porzellanherstellung. Durch die lange Isolation Chinas und die daraus sehr stark gefestigte Kultur wurden bei Teppichen fast ausschließlich buddhistische sowie taoistische Motive in unvergleichlicher Vielfalt symbolisch dargestellt. Erst im 19. Jahrhundert wurden chinesische Teppiche von den Mustern der französischen Gobelins beeinflusst und erfreuen sich aufgrund der milden Farbgestaltung größter Beliebtheit. Teppiche dieser Musterzeichnung werden meist als Aubusson "Floral oder Aesthetik" bezeichnet. Bei jedem chinesischen Teppich mit buddhistischer Musterung wurden keine europäischen Einflüsse angenommen und jedes Symbol hat seine eigene Bedeutung. Farben haben ebenfalls Bedeutungen, wodurch chinesische Teppiche nicht nur Schmuckstücke sondern Kunstwerke mit hohem kulturellen Anspruch sind. Durch die in den letzten Jahren zunehmende Neuorientierung Chinas als zukunftweisenden Wirtschaftsstandort wird das Kunsthandwerk des Teppich-Knüpfens jedoch leider immer stärker verdrängt. Mittlerweile sind handgeknüpfte, chinesische Teppiche eine Seltenheit und somit besonders wertbeständig.

Dagdan

Kleine Ornamente in den Bordüren turkmenischer Teppiche. Sie haben dieselbe Bedeutung wie Amulette.

Damaskus-Teppiche

Auch Mamluken-Teppiche genannt. Damaskus, Hauptstadt von Syrien kam nach dem Zusammenbruch der Mamluken-Herrschaft 1516 in die Hand der osmanischen Türken und wurde als Ausgangspunkt für die Wallfahrt nach Mekka erkoren. Dadurch wirtschaftlich stark begünstigt wurde Damaskus bevorzugter Handelsplatz auch für Orient-Teppiche. Viele Mamluken-Teppiche wurden in der Nähe von Damaskus gefunden, daher kam es zu der Annahme, dass zumindest ein Teil dieser Teppiche dort geknüpft wurde. Hauptfarben der seidigen Wolle sind Weinrot, Resedagrün und Mittelblau.

Dardanellen-Teppiche

So bezeichnet werden in der Fachsprache die in der engeren und weiteren Umgebung der Meerenge der Dardanellen hergestellten Teppiche, insbesondere der Canakkale, der Ezine, der Can und der Avunya.

Darjeeling

Indien, Herstellungszentrum tibetischer Teppiche von einer in dieser Gegend siedelnden Tibeter-Koloni

Datierung von Teppichen

Es gibt Orient Teppiche, wenn auch wenige, in denen die Jahreszahl ihrer Entstehung eingeknüpft ist. Dies meist in arabischen Ziffern und nach islamischer Zeitrechnung, seltener in christlicher Zeitrechnung aufgeführt. Die meisten Datierungen weisen kaukasische Teppiche auf. Weil hier Moslems neben Christen leben sind, zwar selten, beide Daten aufgeführt.

Djozan Sarif Teppich

Das Innenfeld wird bei den meisten Djozan Teppichen von einer schlank geführten Raute beherrscht, die von floralen Motiven begleitet ist. Die Farben sind vorherrschend ein schön abgetöntes helleres Rot und Beige. Das Wollmaterial ist glänzend und sehr strapazierfähig. Ein typisches Merkmal für den Djozan-Teppich ist die geometrische, punktbesetzte Wellenbordüre.

Doruja (Doruscha)

Das Wort bedeutet „zweigesichtig“. Damit ist ein Teppich gemeint, bei dem im Knüpfvorgang nach jeder Knotenreihe die genau gleiche Knotenreihe zur anderen Seite hin erfolgt, und erst dann der Schuß. So hat der Teppich von vorne wie von hinten dasselbe Bild. Diese Art wird im Südkaukasus geknüpft, meist als Türvorhang für den Eigengebrauch und ist im Handel sehr selten.

Ekbatan-Teppiche

Früherer Name für die heutige nordwestpersiche Stadt Hamadan. Als Ekbatan-Teppich werden die hochwertigen Knüpfarbeiten bezeichnet, die in der staatlichen Manufaktur oder bei privaten Unternehmern in der Stadt Hamadan selbst produziert wurden. Die Teppiche der staatlichen Manufaktur sind z. T. für den Eigenbedarf der Regierung bestimmt, wobei auch sehr große Formate angefertigt werden.

Ersari-Teppiche

Knüpfarbeiten der Ersari-Stämme die aus Khiwa kommend, heute im Norden Afghanistans, längs dem Amu Darja Fluß sesshaft sind. Die Teppiche werden unter den Sammelnamen Afghan gehandelt. Die im Ursprungsland, dem heutigen sowjetischen Turkmenistan geknüpften Teppiche sind, was alte Stücke anbelangt, sehr selten und entsprechend teuer geworden.

Fars-Teppiche

Teppiche aus der südpersischen Provinz Fars stammend. Es wird hochwertige Wolle aus den eigenen Schafherden der Nomaden verwendet.

Felder-Teppich

So genannt werden Teppiche, deren gesamtes, bis zur Bordüre reichendes Innenfeld in Quadrate, Rechtecke oder Rauten eingeteilt ist. Im Fach Jargon werden Felder-Teppiche auch als Garten-Teppiche bezeichnet, obwohl sie musterlich nicht dem eigentlichen Garten-Teppich entsprechen.

Feraghan-Teppich

Feraghan liegt im Dreieck Ghoum, Arak, Hamadan in einem abgeschiedenen Hochland. Es handelt sich um ein wichtiges Teppich-Knüpfzentrum, dessen Blüte im 18. Jahrhundert bestand, in der Zeit als Shah Nadir Knüpfer aus Herat dort ansiedelte. Die meisten Feraghan Teppiche wurden in Muskabad geknüpft, welches heute zerstört ist. Ein typisches Feraghan Muster ist das Mostowfi Muster.

Figurale Teppiche

Um Menschen oder Tiere schön und naturgetreu darzustellen, ist eine sehr enge Knüpfung notwendig. Bereits im 16. Jahrhundert wurden Teppiche mit Menschen- und Tierdarstellungen realisiert. Später waren Portrait-Teppiche für Geschenkzwecke in Auftrag gegeben worden. Die Teppiche waren als Wanddekoration entworfen und dienten als Alternative zu Bildern. In Persien und in Indien wurden viele figurale Teppiche gefertigt. Heute kommen figurale Teppiche speziell aus Ghom, Isfahan und Tabriz.

Filz-Teppiche

Wollfasern werden durch Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme und Druck, Bewegung und Walken zum Verfilzen gebracht. Wohl die ursprünglichste Art einen isolierenden Bodenbelag herzustellen. Als Teppich nutzen sie sich schnell ab, sie werden in den Erzeugungsgebieten meist als Bettunterlage benutzt. Berühmt geworden sind die in den Kurganen im Hoch-Altai gefundenen Wollfilz Teppiche aus dem 6. - 5. Jahrhundert v. Chr. mit naturgetreuen Darstellungen von Menschen und Tieren.

Frühosmanische Teppiche

Teppiche des 15. Jahrhunderts mit eigenem Stil gegenüber den späteren Osmanen-Teppichen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts. In der Literatur werden diese Teppiche teilweise noch unter Seldschuken-Teppich gruppiert. Die Teppiche weisen, im Gegensatz zu diesen, alternierende Reihung auf mit hakenbesetzten Oktogonen und Rauten, in den Bordüren Flechtbandzeichnungen.

Gabbeh-Teppich

Nomaden-Teppich aus der südpersichen Provinz Fars. Die meisten dieser Teppiche werden von den Ghashghai Nomaden in der Umgebung von Bebahan geknüpft. Seine Charakteristik liegt in dem naturfarbenen, meist hellen Fond und seiner sparsamen Musterung, er wirkt rustikal und unverkünstelt.

Garten-Teppiche

Teppiche deren Dessinierung Gartenanlagen aus der Vogelperspektive wiedergeben. Die ältesten stammen aus dem 16. / 17. Jahrhundert. Vorbild war der sagenhafte Teppich „Frühling des Chosrau“, des Sassanidenkönigs. Die Teppiche sind in Felder geteilt, von Wassergräben durchzogen. In den Schnittpunkten Bassins, in denen manchmal auch Springbrunnen wiedergegeben werden. Auch Garten-Teppiche aus Seide, meist aus Tabriz, sind bekannt. Als Garten-Teppich werden heute auch noch die Felder-Teppiche bezeichnet.

Gebets-Teppich

Der Gebets-Teppich ist für den Moslem ein Requisit zur Erfüllung seiner religiösen Pflichten. In der ersten islamischen Zeit wurden Häute, Geflechte oder Tücher als saubere Unterlage für die täglichen 5 Gebete verwendet. Wann die ersten Gebets-Teppiche eingeführt wurden ist nicht bekannt, man nimmt aber an, dass das bereits in den ersten paar hundert Jahren nach der Hedschra der Fall war. Von jener Zeit an besaß jeder gläubige Moslem seinen Gebets-Teppich. Sie kommen aus der asiatischen Türkei, aus Iran, aus Afghanistan, aus dem Kaukasus, aus sowjetisch Turkmenistan und aus Pakistan. Je nach Provenienz des Gebets-Teppichs ist der Mirhab verschiedenartig gezeichnet, ja es lässt sich nach der Form der Gebetsnische in vielen Fällen auf die Herkunft des Teppichs schließen.

Geographische Herkunft von Orient Teppichen

Den ersten Eindruck den uns ein Teppich vermittelt, ist begleitet von der Einordnung in den Großraum in dem er geknüpft wurde. Als Großraum gelten von West nach Ost die Balkanländer, Kleinasien, Kaukasus, Turkmenistan, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, Ostturkestan, Tibet, China, Afrika. Innerhalb dieser Gebiete wird dann nach Provenienzen gegliedert.

Ghiasabad-Teppich

Der Ghiasabad-Teppich zählt zu den hochwertigsten, mittlerweile nur noch selten vorhandenen und äusserst strapazierfähigen Spitzenknüpfungen des bedeutenden Arakgebietes. Die sehr fein ausgearbeiteten Motive, welche von Blüten, Ranken und Figuren verziert werden, heben sich von der kräftigen Fondfarbe harmonisch ab. Für den feinen, dichten Flor wird exzellente Schurwolle aus dem Hochland verarbeitet. Kette und Schuss sind aus sehr reißfester Baumwolle.

Ghom Seide

Der Inbegriff für wertvollste Seidenteppiche aus Persien sind Meisterknüpfungen aus der heiligen Pilgerstadt Ghom, es ist bereits seit dem Mittelalter berühmt für die hochwertige Verarbeitung von Wolle, Baumwolle und Naturseide. Durch diesen hohen Stellenwert wurde die heilige Stadt mehrfach von unterschiedlichsten Kulturen, wie Mongolen oder Afghanen besetzt. Dies führte zu einer einmaligen Mustervielfalt, welche bis Heute ihresgleichen sucht. Ein Ghom-Teppich ist als solcher ausschließlich an seiner gekonnten Farbkomposition und der besonders feinen, geschmeidigen Knüpfstruktur zu erkennen. Der strapazierfähige, dichte Flor besteht aus reiner Naturseide. Auch für die Kette wird ausschließlich die unvergleichlich reißfeste und edle Naturseide verwendet.

Hereke-Teppich

Hereke ist ein kleines Dorf in der nordwestlichen Türkei, die dort geknüpften Teppiche zählen zu den besten und hochwertigsten die der Weltmarkt zu bieten hat. Der osmanische Sultan Abd-ul-Medjid gründete 1844 eine Manufaktur die Stoffe und Teppiche ausschließlich für den königlichen Hof produzierte. Kemal Mustafa Pasa, genannt Ata Türk, förderte die Knüpferei und baute sie aus. Einige hundert Knüpferinnen arbeiteten dort im Jahre 1938, im Todesjahr des Vaters der Türken. Danach führte die staatliche Sümmerbank die Manufaktur weiter. Unter strenger Kontrolle und der Verwendung von besten Materialien wurden dort Meisterstücke geschaffen die in der ganzen Welt ihresgleichen suchen.

Himalaya-Teppiche

In der gesamten Region des Himalayas, im indischen Sektor wie auch in Sikkim, Bhutan und in Nepal werden für den Eigenbedarf Teppiche geknüpft. In den Handel kommen in bedeutenderen Mengen nur Teppiche aus Kashmir und Nepal.

Hosseinabad-Teppich

Hosseinabad liegt im Nordwesten des Iran. Der Hosseinabad gehört zur Familie der Hamaden Teppiche und wird nicht hauptsächlich im gleichnamigen Ort (Hosseinabad) sondern mehrheitlich in der Gegend von Tuiserkan hergestellt. Der in Hamadan gehandelte Teppich erfreut sich wegen seines guten, haltbaren Materials und seines relativ günstigen Preises als Kommerz-Teppich einer regen Nachfrage. Das Muster ist gekennzeichnet durch einen kleinen Rapport, gebildet durch Blüten und Blätter, ähnlich dem Herati-Muster. Das ansonsten durchlaufende Dessin ist bei einem Großteil der Teppiche durch ein Rautenförmiges Medaillon unterbrochen, das durch entsprechende Eckzwickel bildlich ausgeglichen wird. Die Grundfarbe des Feldes ist fast immer ein tiefes Rot.

Imitation bei Orient-Teppichen

Nachbildung eines originalen Musters, das einer bestimmten Region zugehört, jedoch in einem anderen Gebiet ausgeführt, d.h. kopiert wird. Bei gleicher Qualität, Materialbeschaffenheit und Arbeit, ist auch hier die Kopie bedeutend weniger wert als das Original. Nur eine entsprechende Preisdifferenz macht die Kopie Konkurrenzfähig. Als Orient-Teppich Imitationen werden auch Maschinen-Teppiche mit Orient-Muster bezeichnet.

Indopersische Teppiche

In europäischen Orient-Teppich Sammlungen gibt es Exemplare, die als indopersische Teppiche bezeichnet sind, z.B. der nach dem Sammler Graf Arthur Enzenberg benannte Teppich und der großformatige (358 x 990) Braganza-Teppich, benannt nach dem gleichnahmigen Sammler in Portugal. Es handelt sich bei den indopersischen Teppichen um Stücke des 16./17. Jahrhunderts, die vermutlich von persischen Knüpfern unter den Mogul Kaisern Akbar und Jahangir in Indien hergestellt wurden. Die meisten dieser Teppiche weisen das sogenannte Shah-Abbas-Muster auf

Jagd-Teppiche

Figurale Darstellungen mit Jagdszenen in Teppichen. Die schönsten Jagd-Teppiche stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert aus Persien. Sie gehören zu den schönsten erhaltenen Zeugen aus der Blütezeit des Orient-Teppich.

Jerevan-Teppich

Handgeknüpfte Teppiche aus der armenischen Hauptstadt. Sie sind von den Motiven und Mustern anderer Kaukasus-Teppiche beeinflusst. Ältere Teppiche werden auch Eriwan- od. Erevan-Teppiche genannt und sind sehr gesucht. Teppiche neueren Datums machen Anleihen bei übrigen Kaukasus-Teppichen.

Kashmir

Schon 1338 begann man durch die Förderung des Sultan von Kashmir das Kunsthandwerk des Knüpfens. Eine bis Heute erhalten gebliebene Besonderheit der Kashmir ist die Knüpftechnik, bei der nicht wie üblich Muster und Farben von einer gezeichneten Skizze abgelesen werden. In den Knüpfereien Kashmirs wird den Knüpfern jeder einzelne Knoten vom erfahrensten Meisterknüpfer mit Farbangabe vorgelesen und anschließend kontrolliert. Die heutigen Knüpferzeugnisse, insbesondere aus edler Naturseide, haben mittlerweile einen so hohen Qualitätsanspruch und exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, das viele Meisterknüpfer in ganz Asien als Lehrmeister umworben sind.

Kelim

Unter dem Sammelnamen Kelim versteht man in der Fachsprache die gewebten, gestickten und gewirkten Teppiche ohne Flor. Der klassische Kelim besteht aus einer Kette aus Wolle oder Ziegenhaar und einem das Muster bildenden Schuss. Über die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung des Kelims sind weniger Anhaltspunkte vorhanden als bei geknüpften Teppichen. In vielen Regionen in denen heute Knüpf-Teppiche hergestellt werden gilt der Kelim als deren Vorläufer.

Kirman-Teppich

Kirman ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Süd-Iran.Schon im 16. Jahrhundert wurden Kirman-Teppiche, die mit Gold- und Silberfäden geknüpft wurden, erwähnt. Große Aufmerksamkeit erhielt der Kirman-Teppich in Europa durch die Weltausstellung 1868 in Paris. Dort wurden prachtvolle Exemplare, unter anderem auch Palast-Teppiche in großen Formaten, gezeigt.In Europa und Amerika ist der Kirman-Teppich seit dieser Zeit einer der bekanntesten und renommiertesten Teppiche. Er gilt als hocheleganter Teppich, war und ist nach wie vor ein Favorit der Oberschicht und schmückte früher viele Paläste und großbürgerliche Häuser. Die Motive sind stark inspiriert von der Formgebung, Aubussons und der Savonnerie aus Frankreich.Es wurden auch Bild- und Portrait-Teppiche geknüpft, überwiegend im Nachbarort Raver, wo die besten Kirman-Teppiche ihren Ursprung haben.

Kissaria

Üppige Berber-Teppiche aus dem Atlasgebirge

Kuba-Teppich

Unter den kaukasischen Teppichen gehört die Gruppe der Kuba-Teppiche zu den besten und gesuchtesten. Sie zeichnen sich durch feine Knüpfung, niederen Flor, feine Zeichnung und schöne Farben aus. Der Kuba-Teppich kommt aus der gleichnamigen Stadt im südöstlichen Kaukasus-Gebiet. Der Kuba-Teppich ist im Durchschnitt etwas feiner als der Schirwan-Teppich

Kunstseide-Teppiche

Meist ein Acetat-Produkt, auch vermischt mit mercerisierter Baumwolle, ein Material dass in Anatolien in steigendem Maße zum Knüpfen von Teppichen verwendet wird. Man erkennt ihn an seinem plüschartigen Griff und seinem auffallend starkem Glanz. Diese Teppiche mit Kunstseidenflor haben nichts gemeinsam mit echten Seiden-Teppichen.

Kurden-Teppiche

Art und Qualität des kurdischen Teppichs sind nicht allgemein , sondern nur spezifisch nach den einzelnen Provenienzen zu klassifizieren. Es ist kaum möglich eine einheitliche Aussage für Kurden-Teppiche in den Hauptgebieten Iran, Irak, Kaukasus und Türkei zu machen. Das Spektrum sowohl musterlich als qualitativ ist bei den kurdischen Teppichen außerordentlich groß. Überwiegend stellt der kurdische Teppich einen rustikalen, kräftigen Woll-Teppich dar, von mittlerem oder längerem Flor und großer Strapazierfähigkeit. Überwiegend dunkle Farbtöne mit stark geometrischer Musterung oder schon vereinfacht florale Muster.

Läufer

Auch Galerie genannt, man versteht darunter lange, schmale Stücke in den breiten von ca. 60cm – 130cm und Längen von ca 2m – 12m. Früher wurden für den Eigenbedarf im Orient fast ausschließlich Teppiche in Längsmaßen gearbeitet, heute sind Läufer notwendige Maße für den Export, d.h. für europäische Dielen und Gänge.

Mahabad-Teppich

Im gleichnamigen Ostbezirk Irans, südlich des Urmia Sees werden kurdische Teppiche hergestellt, die als Saujbulagh („kalte Quelle“) gehandelt werden

Marokkanische Teppiche

Antike marokkanische Teppiche haben teilweise eigenständigen afrikanischen Charakter oder die Musterung lehnt an Mucur-, Gördes- oder Mamluken-Teppiche an. Der Knüpf-Teppich heißt hier Zarbia. Heute wird zum großen Teil maschinenversponnene, gute Wolle verwendet wodurch die geometrische meist Rautenmusterung klarer erscheint und die Teppiche elegante wirken. Die kräftigsten Teppiche werden im hohen Atlas geknüpft, wo die Teppiche von den Bewohnern als Schlafstelle genutzt werden.

Marrakesch

Die Teppiche aus Marrakesch haben verschlungene und geometrisch-lineare Muster.

Miniaturen-Teppiche

Das sind Orient-Teppiche, insbesondere Isfahans, die im Feld Zeichnungen aus Miniaturen enthalten. Da es sich um sehr subtile Bilder die meist Dichtungen illustrieren handelt, lassen sie sich nur mit einer sehr engen Einstellung realsieren. Miniaturen-Teppiche werden fast immer als Wand-Teppiche verwendet.

Mohair Teppich

Hergestellt aus dem Haar der Mohair- oder Angora-Ziege. Diese ausgesprochen feine glänzende Wolle wird selten in anatolischen Teppichen, vornehmlich im Ladik, verwendet.

Mohamarati-Muster

Streifenmuster in Abadeh- und Ghashghai-Teppichen.

Mongolen-Teppich

Bedingt durch regen Waren- und Kultur-Austausch mit dem alten Tibet wurden in der Mongolei Teppiche ähnlich den Tibetern angefertigt, kamen aber kaum nennenswert in den Handel. Mongolen-Teppiche lassen sich bis in das 13te Jahrhundert nachweisen durch Gemälde aus der Sung-Dynastie, auf denen Mongolen-Teppiche abgebildet sind.

Nain Teppich

Nain zählt zu den berühmtesten Teppich-Provenienzen. Der Name ist abgeleitet von der Stadt Nain in Zentralpersien. Einst wurden hier feinste Gewänder, die sogenannten Abaya gefertig. Durch den westlichen Einfluss wurde die Abaya vom Herrenanzug verdrängt. Die Weber reagierten auf die neue Situation, aus der Not heraus begannen sie Teppiche zu knüpfen. Die Teppiche sind von außerordentlicher Feinheit, es werden Knüpfungen bis zu 1,4 Millionen Knoten pro m² erreicht. Die filigranen Floralmotive finden ihre Verwandtschaft in der kulturell und für feinste Teppich-Knüpfkunst bedeutenden Stadt Isphahan. Die feine Ornamentik des Nain-Teppichs stammt von Motiven der Jahrhunderte alten Moscheen und Palästen Isphahans. Die elegante Farbkombination mit hellen beige und dezenten Blautönen, sowie nur wenigen ausgewählten Spielfarben, wie z.B. rot und helles grün, ist einmalig und typisch für den persischen Nain-Teppich. Mittlerweile werden Nain-Teppiche in großen Mengen und in erheblich schwächeren Qualitäten in Ostpersien nachgeknüpft. Durch die große Menge an qualitativ schwächeren Nachahmungen gewinnt der original Nain immer mehr an Bedeutung und Wert.

Nordafrikanische Teppiche

Bei den nordafrikanischen Teppichen ist vorerst zu unterscheiden zwischen marokkanischen, algerischen und tunesischen Teppichen. Geografisch zu den nordafrikanischen Teppichen gehören auch die Teppiche aus Ägypten, die jedoch eine Sonderstellung einnehmen, da hier Handweb-Teppiche gefertigt werden, die einer anderen Gattung als die übrigen Nordafrikanischen Teppiche angehören. Neuerdings werden dort auch Flor-Teppiche nach persischem Vorbild gefertigt. Unter den nordafrikanischen Teppichen versteht man in erster Linie den Berber, der sowohl in Marokko als auch in Algerien und Tunesien in großer Quantität hergestellt wird.

Patheh

Ein vorwiegend aus Blumen gebildetes, von einem Medaillon ausgehendes Muster in iranischen Teppichen, speziell bei Kerman-Teppichen angewandt.

Perser-Teppiche

Als persische oder Perser-Teppiche werden die auf dem Gebiet des Iran hergestellten Knüpfarbeiten bezeichnet, die vor der Umbenennung Persiens in Iran (1934) entstanden sind. Zufolge der überragenden Bedeutung, die Persien unter allen Erzeugerländern handgeknüpfter Teppiche einnimmt, werden gegelgentlich im Volksmund alle echten Orient-Teppiche als „Perser“ bezeichnet.

Polen-Teppiche

Bei den bekannten Polen-Teppichen handelt es sich um Teppiche persischer Provenienz, die von polnischen Notabeln in Auftrag gegeben wurden. Da die Herkunft dieser Teppiche zu Beginn ihres Auftretens allgemein nicht bekannt war und weil diese luxuriös gearbeiteten Teppiche dem damaligen Geschmack und der Stilrichtung entsprachen, die auch in anderen Sparten der angewandten textilen Kunst Polens vorherrschte und die Inspiration zu der Muster- und Farbkomposition demnach zweifellos von Polen ausging, ist die Bezeichnung Polen-Teppich nicht unberechtigt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Polen Teppiche in den persischen kaiserlichen Manufakturen von Yazd, Kashan oder Isfahan im letzten Viertel des 17. Jh. hergestellt wurden. Diese Teppich wirkten mehr durch das Prunkhafte des Materials als durch die dem Effekt untergeordnete Knüpfarbeit und Musterung. Da die Polen-Teppiche auch als Geschenke aus dem persischen Königshaus an fremde Herrscher und Botschafter überreicht wurden, wahrscheinlich erstmals von Shah Abbas, tragen diese Prunkstücke gelegentlich auch den Namen dieses großen Safaviden-Herrschers und Förderers der Orient-Teppich Entwicklung.

Portrait Teppich

Meist kunsthandwerklich sehr feine und exakte Arbeiten, doch manchmal künstlerisch von zweifelhaftem Wert. Im 20. Jahrhundert reine Fotografie in Knüpftechnik umgesetzt. Die bekanntesten Persönlichkeiten von Regierung und Kunst wurden in Portrait-Teppichen wiedergegeben. Interessant sind erhaltene, antike Portrait-Teppiche von bekannten Persönlichkeiten, denen ein historischer Wert beigemessen werden kann.

Quadratische Orient Teppiche

Vom Ursprung her nur bei verhältnismäßig wenig Provenienzen anzutreffen. Erst auf Ansuchen des europäischen Marktes hin wurden speziell in den Manufakturen von Arak, Aqcha, Abadeh und Khonsar quadratische Teppiche hergestellt. Ursprünglich und artrichtig quadratisch sind z.B. die Teppiche aus Bergama (West Anatolien), ferne originale Chinesen aus verschiedenen Distrikten und Perioden. Quadratisch sind ausserdem die Tibeter-Tempelteppiche.

Royal

Das Attribut „royal“, adj. königlich, einer Orient-Teppich Provenienz beigegeben, kann zwei Bedeutungen haben: 1. Orient-Teppich der aus königlicher Manufaktur; 2. Als Qualitäts-Auszeichnung. „Royal“ als Qualitätsauszeichnung hat sich bei einigen besonders feinen Provenienzen im Orient-Teppich Handel hartnäckig gehalten, wie z.B. Royal-Buchara oder Kirman Royal. Die Teppiche von Schemacha, Hauptstadt von Schirwan, wurden über einen langen Zeitraum als „Royal-Daghestan“ bezeichnet.

Rückseite

Als Hinweis für Feinheit und Erhaltungszustand des Orient-Teppichs. Jeder Orient-Teppich Einkäufer, Liebhaber oder Sammler wird bei der Prüfung eines Teppichs unweigerlich eine Ecke umschlagen, um aus der Rückseite Art und Feinheit der Knüpfung zu beurteilen. Die Oberfläche des Teppichs kann in Bezug auf Einstellung trügerisch sein, auf der Rückseite lässt sich die Anzahl der Knoten in der Horizontalen und in der Vertikalen genau ermitteln. Beim Einkauf von Orient-Teppichen ist es ein Gebot für den Einkäufer den ganzen Teppich von der Rückseite nach defekten Stellen oder nach Reperaturen abzusuchen, da diese an der Oberfläche meist durch den Flor verdeckt und somit unsichtbar sind.

Rumänische Teppiche

Die rumänischen Teppiche sind unter dem Sammelbegriff der Balkan-Teppich einzureihen. Eine gewisse Tradition ist nachgewiesen durch die ab dem 16./17. Jahrhundert in Braila und Banant gefertigten Teppiche, welche den sogenannten „Siebenbürgern“, die von Usak ins Land kamen, nachempfunden sind. Sie sollen damals schon auf den Märkten von Leipzig und Lvov die originalen Orient-Teppiche kurrenziert haben. Teppiche und Teppich-Knüpfer kamen aus der osmansichen Türkei und begründeten in Rumänien die Teppich-Knüpferei. Heute bestehen über ganz Rumänien kooperative, staatlich betriebene Werkstätten, die in bedeutenden Mengen geknüpfte Teppiche und Kelims herstellen.

Runde Orient-Teppiche

Original runde Orient-Teppiche fertigten von alters her chinesische und anatolische Knüpfer. Um den Anforderungen des europäischen und amerikanischen Marktes gerecht zu werden, haben viele andere Knüpfgebiete jedoch erst im 20. Jahrhundert begonnen, runde Formen zu knüpfen.

„S“ als Orient-Teppich Motiv

Ein uraltes Motiv, welches als Ewigkeitssymbol gilt, ist vornehmlich in kaukasischen Teppichen und anatolischen Teppichen zu finden, aber auch speziell als Bordürenzeichnung in chinesischen Teppichen und tibetischen Teppichen. Sein Symbolgehalt ist wohl der Grund warum das S-Motiv sehr häufig in Feld und Zwickel, speziell bei anatolischen Gebets-Teppichen mit eingestreut ist. Alter und Herkunft des S-Symbol sind nicht hinreichend erforscht. Die These, dass das S-Motiv die Abstraktion des Drachen darstellt, bekommt aber immer mehr Geltung. Der Drache gilt als Symbol des Lebens.

Saf

Türkisch = Reihe, deshalb auch Reihengebets-Teppich genannt. Der Saf ist ein Gebets-Teppich mit mehreren horizontal, seltener auch vertikal angelegten Gebetsnischen. Teppich-Historiker vermuten, dass die ersten Reihengebets-Teppiche in Ostturkestan geknüpft wurden, dem Urgebiet aller Türken. In der Funktion als Gebets-Teppich ist der Saf wohl nur noch in Moscheen in Verwendung.

Sahel

Tunesien. Im Distrikt Sousse hergestellte Teppiche ohne Bordürenzeichnung werden Sahel genannt.

Sarough-Teppich

Aus Sarough, im Knüpfgebiet von Arak, stammen die in aller Welt berühmten und begehrten Sarough-Teppiche. Die klassischen Vorbilder dienen heute noch als Motiv für die vielfältige Musterung. Medaillon-Teppiche mit Eckzwickeln, der Fond mit Ranken, Blumen und Spiralen auf rotem, beigen oder blauen Fond. Herati und Boteh Zeichnungen im Rapport erscheinen oft auch als Tierfiguren. Arabesken, Blätter, Lotusblüten sowie Granatäpfel-Motive werden ebenfalls verwendet. Der Sarough besticht aber nicht nur durch sein Muster, sondern auch durch seine Qualität. Der Flor aus hochwertiger Hochgebirgsschafschurwolle ist überdurchschnittlich hochgehalten, sodass der Teppich einen festen, schweren Griff bekommt. Die relativ feine Knüpfeinstellung lässt eine entsprechende fein konzipierte Komposition zu.

Seide als Teppich-Material

Seide findet bei Knüpf-Teppichen als Kette, Schuß- und Flormaterial Verwendung. Mit dem kostbaren, glanzreichen Material lassen sich höchst effektvolle Teppiche realisieren. Trotz des feinen, luxuriösen Aussehens sind Teppiche aus Seide äußerst haltbar, sie verfilzen sich aber leichter. Bei Knüpfungen mit Wollflor in engster Einstellung die einen entsprechenden feinen Kettfaden erfordern, wird der bedeutend solidere Seidenfaden verwendet (z.B. beim Nain). Außerdem is Seide sicher vor Mottenfraß. Um das sehr kostbare Material zu rechtfertigen werden Teppiche aus Seide in feinster Manier gearbeitet. Einige Provenienzen haben sich für die Seidenteppich-Produktion ganz besonders ausgezeichnet. In Persien : Ghom, Heriz, Kashan. In der Türkei : Hereke, Kum-Kapi, Kayseri. In Kashmir (Indien) Srinagar. In Peking alte Stücke, vornehmlich aus dem Kaiserhaus und große Mengen neuer Teppiche in persischen und chinesischen Dessins. Zu erwähnen sind auch Teppiche aus Wolle mit Seide-Effekten, wie sie insbesondere in Ghom angefertigt werden.

Sibirische Teppiche

Unter dieser Bezeichnung werden von der Novo-Export Moskau handgeknüpfte Teppiche speziell in den Formaten 4 bis 8 qm angeboten. Die Teppiche haben 63.000 Knoten pro qm, einen hohen Flor und ein der weitmaschigen Knüpfung entsprechendes einfaches Muster. Die sibirischen Teppiche gehören zu der untersten Kategorie des handgeknüpften Orient-Teppichs.

Täbriz (Tabriz)

Die Stadt Täbriz im Nord-West-Iran ist heute eine der wichtigsten Zentren der Teppich-Knüpferei im Iran. Von dort kommen sehr fein geknüpfte, erstklassige Teppiche mit einer sehr klaren Zeichnung und herrlich kontrastreichen Farben. Ein enormer Reichtum an Dessinierungen gehört ebenso zur Besonderheit der Täbriz-Teppiche. Erste Hinweise auf Knüpfereien lieferten Kaufleute aus Genua, die schon im 13. Jahrhundert von Teppich-Manufakturen erzählten. Täbriz durchlebte in seiner über 1000-jährigen Geschichte viele Epochen unterschiedlichster Stämme und Herrscher. Zu den bedeutendsten Monumenten des Orients gehört die "Blaue Moschee" aus dem 15. Jahrhundert, deren Kuppeln oftmals als Vorbild für das Medaillon in Teppichen dient. Seit dem 17. Jahrhundert gilt Täbriz als die führende Provenienz erlesenster Teppich-Handknüpfkunst.

Tempel-Teppiche

Sammelbegriff für Teppiche die taoistischen (China) und lamaistischen (Tibet) Tempeln als Säulenverkleidung oder Sitzflecke für Mönche Verwendung fanden.

Thematische Orient-Teppiche

Darunter sind Teppiche zu verstehen, die ein bestimmtes Thema beinhalten, sei es aus der Sagenwelt, oder auch als Nachbildung von Miniaturen, entweder naturalistisch oder künstlerisch abgewandelt. Die Wiedergabe figuraler Motive erfordert eine entsprechend feine Knüpfung, sodaß sich nur Spezialisten in Feinprovenienzen (z.B. Nain, Kashan, Tabriz, Hereke) an diese technisch schwierige Aufgabe heranwagen. Die thematischen Teppiche finden meist Anwendung als Wanddekoration.

Tibeter-Teppich

Politisch gehört Tibet heute zu den autonomen Westprovinzen Chinas. Das Knüpfen tibetanischer Teppiche ist ererbte Handwerkskunst. Nach Bidder „Teppiche aus Ostturkestan“ ist sie vermutlich schon durch Handwerker auf der Seidenstraße nach Tibet gekommen. Die ältesten Zeugen Stammen aus der Hauptstadt Lhasa. Die größeren, schweren Teppiche wurden meist nur im Winter benutzt, für den eigentlichen Thron-Teppich war das Symbol des doppelten Donnerkeil vorbehalten. In den alten Tempeln hatte man außer dem Sit-Teppich und dem Thron Teppich noch Säulen-Teppiche wie sie uns aus den chinesischen Teppich-Werkstätten von Ning Hsia bekannt sind, die die zentralasiatische Teppich-Knüpfkunst erst durch die Mandschu Dynastie eingeführt wurde. Säulen-Teppich wurden dem Zweck entsprechend immer in Paaren hergestellt, um die Säulen rechts und links des Altar zu schmücken. Man nennt sie auch Tempel-Teppiche.

Tschalischator

Der Tschalischator zählt zu den feinsten Knüpfungen im zentralpersischen Bachtiari-Gebiet. Der von sesshaft gewordenen Nomaden und Bauern in reiner Heimarbeit gefertigte Bachtiari-Teppich besitzt meist einen sehr urwüchsigen Charakter und gilt als äußerst strapazierfähig. Der Tschalischator als Prunkstück dieser Provenienz ist sehr akkurat gearbeitet und zeichnet sich durch hochwertigste Schurwollqualität aus. Als Musterzeichnung dominieren in dieser Region Feldermotive und florale Teppiche mit großem ausgeprägtem Medaillon

Usak (Uschak)

West-Anatolien. Usak hat eine alte und berühmte Teppich-Tradition und gehört zu den Pionier-Städten des echten Teppich. Aus dem 16. Jahrhundert bereits sind gut erhaltene Zeugen in türkischen und anderen Museen vorhanden. Im 17. Jahrhundert sind die Usaks in sehr großer Anzahl nach Siebenbürgen (Transsylvanien), aber auch in christlichen Kirchen und in Fürstenhäuser Zentral- und Westeuropas geliefert worden. Berühmte Adelsleute wie Fürst Esterhazy, Baron Orsini oder Fürst Stroganoff gaben Teppiche in Auftrag und ließen sich ihr Wappen einknüpfen. Große Künstler jener Zeit verewigten die Usaks in ihren Gemälden und lieferten damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des geknüpften Teppich.

Volkskunst-Teppiche

Darunter sind Orient-Teppiche zu verstehen, die weder der Hoch- noch der Stilkunst zugehören und nicht in Manufakturen sondern im sog. Hausfleiß oder von Nomaden hergestellt wurden. Der Fachbegriff fordert von einem Volkskunst-Teppich die freie, nicht durch den Karton oder den Talim dem Knüpfer Knoten für Knoten vorgeschriebene Arbeit, die der Knüpferin in Bezug auf Muster und Farbe so viel Spielraum lässt, dass sie zum gegebenen Grundmuster der Region oder des Dorfes oder der Sippe ihr eigenes Empfinden in ihr Kunstwerk hineingeben kann. Auf diese Weise entstehen Teppiche, die bei Kennern und Sammlern sehr geschätzt sind und das Attribut auf Echtheit am besten verdienen. Trotz der fortschreitenden Industrialisierung der Erzeugerländer echter Teppiche ist der Anfall an originalen Volkskunst Teppichen noch gegeben.

Wand-Teppiche

D.h. Teppiche als Wanddekoration. Vorerst muß unterschieden werden zwischen einer relativ geringen Anzahl Teppiche, die schon vom ursprünglichen Zweck her als Wand-Teppich gedacht waren, und einer viel größeren Anzahl von geknüpften und gewebten Teppichen, die vom Muster oder von der Größe her bei uns als Wand-Teppich Verwendung finden. Zu den original als Wand Teppich entstandenen Erzeugnissen, zählen vor allem die kunstvollen asymetrisch gezeichneten figuralen Teppiche, vor allem die Bild-Teppiche mit menschlichen Figuren aus der Geschichte, der Dichtung, der Mythologie, oder Portraits von bekannten Persönlichkeiten, also Teppiche die nicht dazu ausersehen waren, mit Schuhwerk betreten zu werden. Ausgesprochene Wand-Teppiche und als solche angefertigt sind die chinesischen Bild-Teppiche und schließlich , mit der ausdrücklichen Auflage ihn nur als Wand-Teppich zu benutzen der tibetische Teppich mit dem Weihespruch „om mani padme hum“ Unvergleichlich größer in der Anzahl sind jene Teppiche die vom ursprünglichen Verwendungszweck her als Boden-Teppich, als Gebets-Teppich und erst in der westlichen Welt als Wanddekoration umfunktioniert wurden. Dazu eignen sich alle figuralen Stücke und ganz besonders, zufolge der asymmetrischen Zeichnung, alle Gebets-Teppiche deren unabdingbarer Mirhab sich wie ein reich verziertes Portal ausnimmt. Als Wand-Teppich erfreuen sich großer Beliebtheit auch alle Querformate, z.B die Reihengebets-Teppiche, ferner die Tschowals und Torbas, die als Zelttaschen in Verwendung waren, sowie Zeltbänder. Auch der originelle Kamelschmuck, Pferdedecken und Satteltaschen dienen als Wandschmuck. Von einer jungen Käuferschicht werden Tibeter-Teppiche als Wandschmuck besonders begehrt. Ungefähr die Hälfte der Tibeter-Produktion findet als Wand-Teppich Verwendung, da diese künstlerischen Motive aus einem fernen Kulturkreis den willkommenen Kontrapunkt zum sachlich nüchternen Einrichtungsstil liefern.

Wert

Der Wert eines Orient-Teppich richtet sich nach dessen Feinheit, Schönheit, Originalität, Qualität des Materials, Einfärbung (organische oder synthetische Farben), ferner nach seinem Alter, Seltenheit, Zustand und nach der allgemeinen wertmäßigen Einstufung der Provenienz.

Wirkteppiche

Als solche sind die florlosen Teppiche Sumakh und Sileh, ferner der irakische Kelim zu bezeichnen, bei denen das Muster eingewirkt ist. Der in Schlitztechnik hergestellte Kelim sowie der kaukasische Palas sind gewebte, florlose Teppiche. Der anatolische Cicim ist gestickt.